Die Zukunft im Brunnen

Brunnen_Festung_Koenigstein_2007_04_22

Der Junge pinselt Wolken, lebhafte weiße Wesen, die sich verwandeln, immer und immer wieder, in Gestalten, Gesichter, Gegenstände. Er umrahmt sie mit einem hellblauen Himmel. Die Wasserfarben, die er dazu verwendet, sind mehr Wasser als Farbe, so dass der Himmel erst schwimmt, dann tropft, und es schließlich die Farbe von oben herabregnet. Die Schulfenster färben sich bläulich. Continue reading

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Das nackte Auge

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Er geht. Er geht, weil er gehen muss. Weil bei ihm nicht nur müssen immer auch können heißt, sondern können müssen. Er blickt sie nicht mehr an, da er sonst nicht gehen könnte, nicht mehr müsste. Stattdessen schaut er in das Kommende, das der Horizont versteckt hält. Er geht und dreht sich nicht mehr um, nicht ein einziges Mal. Sein Kopf kann sich nicht drehen, er hat einen Halswirbel zu wenig. Continue reading

Die Zeichen an der Mauer

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Eine Stadt. Südlich eines großen Flusses. Lautlos liegt sie da. Nur gedämpftes Rauschen über den Dächern. Ich beobachte Kinder, Eltern und Großeltern in Häusern aus Lehmziegeln mit Betten aus Stroh an Straßen aus Staub leben. Blumen wachsen kaum, nur entlang des Weges zum türmenden Palast wuchern die Rosenbüsche in den verschiedensten Rottönen, ranken dem Himmel entgegen. Continue reading

Du siehst mich nicht!

Ich kenne dich, doch du kennst mich nicht. Auch mein Gesicht kennst du nicht, denn ich habe keins, obwohl ich weiß, dass das Gesicht das Wichtigste hier ist. Ich bin eine inhaltslose Kontur. So voll mit Nichts, dass ich daran ersticke.

Ich kann nicht sprechen, denn Gesichtslose haben keinen Mund. Ich kann auch nicht schmecken, denn ich bin zungenlos, kann nicht fühlen, denn ich habe noch nicht einmal einen Körper.

Aber sehen kann ich dich, warum auch immer. Und ich sehe dich. Den ganzen Tag. Das ist alles, was ich tue: dich sehen, dich kennen, dich vergötzen. Continue reading

Brain-Putin’s Plan to Take Over The World

Photo: Frederik Hermann

A typical scene somewhere in the secret KGB catacombs close to the Kremlin.

While Medwedew is chewing on a chilchil cheese, he asks Putin: “Gee, Brain-Putin, what do you want to do tonight?”

Brain-Putin puts his dumbbells down, looks at himself in the huge mirror and replies: “The same thing we do every night, Medwy — try to take over the world!” Continue reading